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chambre d'hôpital moderne avec vue incroyable sur mer
31Dezember2021

Wie kann Architektur und ihre Umgebung zur Heilung beitragen? (1/3)

Lesezeit 11 Minuten

Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser, Kliniken, Pflegeeinrichtungen (Alters- und Pflegeheime) und andere mit dem Gesundheitswesen verbundene Institutionen sind traditionell darauf ausgelegt, Krankheiten zu behandeln und Risiken zu managen. Ihre Architektur und Umgebung sollen funktional und rational sein und basieren im Wesentlichen auf klinischen Ergebnissen.

Die Erfahrungen der Patienten in Gesundheitshäusern und deren Wohlbefinden wird dadurch in den Hintergrund gedrängt, wenn nicht sogar völlig vernachlässigt.

Nun scheint es aber so zu sein, dass die Umgebung und die Architektur einen tatsächlichen Einfluss auf die Genesung der Patienten haben, was als heilende Architektur oder “Healing Environment” (heilende Umgebung) bezeichnet wird. Sehen wir uns gemeinsam an, worum es sich dabei handelt…

Was zeichnet eine heilende Architektur und ihre Umgebung aus? 

Heilende Architektur und ihre dazugehörige Umgebung basieren auf den vielfältigen Erfahrungen von Patienten, Familien und Mitarbeitern im Krankenhaus und in allen anderen Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist es, ihnen einen komfortablen Ort zu bieten und die Patienten in eine Atmosphäre des Wohlbefindens und der Genesung zu versetzen.

Heilung

Leider werden diese Aspekte allzu oft vernachlässigt. Dabei sind sie aber unerlässlich, um schnell gute Ergebnisse zu erzielen und die Funktionsweise der Einrichtung zu verbessern (Organisation, interne Kommunikation und berufliche Zufriedenheit).

 In der Tat erklärt die WHO in ihrer letzten Satzung von 1946: “Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Fehlen von Krankheit und Gebrechen”. 

Daher ist es notwendig, die Architektur von Gesundheitseinrichtungen und das Wohlbefinden aller Nutzer in eine Wechselbeziehung  zu setzen. Im Übrigen spricht Gessler im Jahr 2003 von einer Therapielandschaft und erklärt, dass “Pflege und Ort untrennbar miteinander verbunden sind”.

Die Geschichte der heilenden Architektur 

Das Heiligtum des Asklepios, Epidaurus

Bereits in der Antike wurden in Griechenland Heiligtümer erwähnt, die Natur, Musik und Kunst integrierten, wie das berühmte Heiligtum des Asklepios in Epidauros.

Dieser Ort war eine Hochburg der griechischen Medizin, beherbergte hoch angesehene Ärzte und zog Pilger aus ganz Griechenland an, die sich hier behandeln ließen.

Hier finden sich die Anfänge der therapeutischen Architektur.

Schrein Asklepios Epidaure

Das Krankenhaus Santa Maria della Scala, Siena

In Folge dessen wird  in Siena im Santa Maria della Scala, das als eines der ältesten Krankenhäuser der Welt gilt (ab 1090), die gemeinsame lateinische Wurzel “hospes” in den Wörtern “Krankenhaus” und “Gastfreundschaft” besonders hervorgehoben. “Hospes” bedeutet, dem Gast das Gefühl zu geben, zu Hause zu sein. Das Krankenhaus ist also seinem Wesen nach ein Ort des Willkommens. 

Das Santa Maria della Scala sammelte und versorgte, die auf seinen Treppenstufen ausgesetzten Säuglinge, pflegte die Armen und verteilte mehrmals in der Woche Almosen, wobei darauf geachtet wurde, dass schwangere Frauen eine doppelte Portion erhielten.

Seine Fresken, die alle Decken und Wände bedecken (“pulchros muros”, (Baron 1990, 1451)), veranschaulichen die Fußwaschung des Gastes, eine alte und lange Tradition der Gastfreundschaft und Hygiene.

Florence Nightingale und die Environmental Theory

Im Jahr 1859 stellte Florence Nightingale, eine bekannte Krankenschwester und Intellektuelle, ihre Environmental Theory vor. Darin erklärte sie, dass es für die Verbesserung des Gesundheitszustands eines Patienten von entscheidender Bedeutung sei, alles was ihn umgibt ganzheitlich zu betrachten. Für sie gilt: ” Alleine die Natur heilt“.

Es gibt fünf Punkte, die für eine gesunde Umgebung sorgen: “Saubere Luft, reines Wasser, effiziente Entwässerung, Sauberkeit und Licht”. 

Florence Nightingale empfiehlt, auf Belüftung und Temperatur, Licht und Lärm, Vielfalt (von Aktivitäten, Gemälde und Wandfarben, …), frische Betten, persönliche Hygiene, Ernährung und die Essgewohnheiten zu achten, aber auch den Patienten die Wahrheit zu sagen und ihr soziales Umfeld zu berücksichtigen. 

Diese Theorie bildet die Grundlage dessen, was noch heute in den Krankenpflegeschulen gelehrt wird. 

Roger Ulrich und seine wissenschaftlichen Studien

1984 wies Roger Ulrich nach einer neunjährigen wissenschaftlichen Studie in Pennsylvania zum ersten Mal die positiven Auswirkungen des Blicks auf die Natur im Heilungsprozess nach. Er untersuchte Patienten, die sich in der postoperativen Phase einer Gallenblasenentfernung befanden und die entweder in einem Zimmer mit Blick auf die Natur oder vor einer Ziegelsteinmauer (!) lagen. Mit seiner Studie konnte er zeigen, dass der Blick auf die Natur einen direkten Einfluss auf die Dauer des Krankenhausaufenthalts (kürzer), die Medikamenteneinnahme (niedrigere Dosierung) und die Moral der Patienten hat (siehe Zahlen weiter unten im Artikel).

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Insbesondere durch Feng Shui ist die Erkenntnis, dass sich die Umwelt auf die Gesundheit auswirkt,  zwar schon seit Jahrtausenden bekannt und sie wurde im Laufe der Zeit durch verschiedene Beispiele veranschaulicht, aber die therapeutische Architektur kämpft immer noch darum, zur Norm zu werden. In den baltischen Ländern und den USA ist sie jedoch auf dem Vormarsch. In Westeuropa geht die Umsetzung der heilenden Architektur sehr langsam voran, was vor allem auf die Unkenntnis des Konzepts und auf fehlende Mittel zurückzuführen ist.

Die Vorteile einer therapeutischen Umgebung

Das ganzheitliche Konzept “Heilende Architektur” vermeidet Gefühle von Stress, Angst, Furcht, Verletzlichkeit und Beschämung bei den Patienten. Diese wirken sich direkt auf ihre körperlichen Zustand (Bluthochdruck, Darmaktivität, Müdigkeit, Reizbarkeit), den Heilungsprozess und die Heilungszeit, ihr Wohlbefinden und ihr Privatleben aus.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der baulichen Gestaltung eines Krankenhauses und der Genesung der Patienten gibt. Eine therapeutische Architektur würde Folgendes bewirken:

  • Erhöhung der Lebensqualität und der Zufriedenheit der Patienten während ihres Aufenthalts in      Gesundheitseinrichtungen 
  • Minderung von Stress- und Angstfaktoren
  • Reduzierung von Medikamentenbedarf 
  • Verbessern von Schlafzyklen 
  • Weisungsgebundene, ruhige, entspannte Patienten zu haben
  • Verkürzung der Aufenthaltsdauer 

Diese positiven Auswirkungen sind  auch auf Seiten des Pflegepersonals zu spüren, durch:

  • bessere Arbeitsleistungen und Pflegequalität
  • weniger Arbeitsunterbrechungen und -abbrüche und damit geringere Schichtraten
  • geringere Erschöpfungsraten.

Die Architektur und das therapeutische Umfeld vereinen daher eine Reihe von Faktoren, die sich positiv auf alle Bewohner von Gesundheitseinrichtungen auswirken. Umgekehrt haben keimfreie, kalte, laborähnliche Räume eine einschüchternde Wirkung und sind nicht förderlich für eine schnelle Heilungskurve.

Krankenhaus kalte Atmosphäre

Was sagt die Wissenschaft zur heilenden Architektur? 

Das Konzept der heilenden Architektur beruht auf verschiedenen wissenschaftlichen Schriften, die die Bedeutung bestimmter Faktoren belegen.

Ulrich und die Bedeutung des Blickes

1984 teilte der amerikanische Forscher Ulrich in der Zeitschrift Science die Ergebnisse seiner Studie (1972-1981) mit 46 Patienten (30 Frauen, 16 Männer) im Alter von 20 bis 69 Jahren mit, denen die Gallenblase entfernt worden war.

Er bat die Krankenschwestern, die Dauer des Krankenhausaufenthalts, das Verhalten der Patienten, ihren Verbrauch an Analgetika und Anxiolytica, aber auch kleinere Komplikationen zu beobachten.

Ulrich belegt die direkte Auswirkung des freien Blicks auf die Natur statt auf eine Wand auf die Genesung (bessere und kürzere Genesung), den Krankenhausaufenthalt (weniger Stress), aber auch auf die Medikation (Einsatz von milden statt starken oder mäßigen Schmerzmitteln).

Die Patienten auf der Baumblickseite blieben durchschnittlich 7,96 Tage nach der Operation, verglichen mit 8,7 Tagen bei den Patienten mit Blick auf die Mauer.

Wissenschaftliche Studien zum Einfluss der Natur auf Patienten

Eine norwegische Studie belegte die positiven Auswirkungen der Natur auf Patienten in der Herz- und Lungenrehabilitation. Die Forscher Raanaas, Patil und Hartig stützten sich dabei auf die Emotionen und Erfahrungen der Patienten.

Amerikanische Studien gehen in die gleiche Richtung, wie die von Park und Mattson im Jahr 2008, in denen sie die Auswirkungen von Pflanzen in den Zimmern von Patienten nach einer Hämorrhoidektomie maßen. Patienten, die ein Zimmer mit Pflanzen bewohnten, waren weniger gestresst, beruhigter und nahmen weniger Schmerzmittel ein.

Wissenschaftliche Studien über die Auswirkungen von Licht auf Patienten

Es gibt noch weitere Studien, die die Bedeutung von Licht hervorheben. Zum Beispiel zeigt eine Studie von Beauchemin und Hays aus dem Jahr 1998, dass sich Licht auf die Dauer des Krankenhausaufenthalts und die Sterblichkeitsrate auswirkt.

Die Studie basiert auf 628 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren, die einen Herzinfarkt erlitten hatten.

Die Sterblichkeit der Patienten, die in einem Zimmer auf der Südseite, also mit mehr Sonnenlicht, untergebracht waren, war geringer als bei denjenigen, die in einem Zimmer auf der Nordseite blieben. Tatsächlich stammten von den 60 verstorbenen Patienten 65% aus den dunklen Zimmern und 35% aus den hellen Zimmern. Außerdem blieben die Patienten in den südlich gelegenen Zimmern durchschnittlich 2,3 Tage, während die Patienten in den nördlich gelegenen Zimmern durchschnittlich 3,3 Tage blieben.

Eine Studie aus dem Jahr 2005 (Walch et al., 2005) ergab, dass 89 Patienten (43 Frauen und 46 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren, die nach einer Wirbelsäulenoperation dem natürlichen Sonnenlicht ausgesetzt waren, weniger Stress empfanden, über weniger Schmerzen berichteten und weniger Schmerzmittel verwendeten als die Patienten, die auf der “dunklen” Seite des Krankenhauses blieben. Die 44 Patienten, die von einem hellen Zimmer profitierten, verbrauchten im Durchschnitt 22% weniger Schmerzmittel pro Stunde.

Die wichtigsten Komponenten der heilenden Architektur

Für eine erfolgreiche heilende Architektur sind verschiedene Umweltfaktoren zu berücksichtigen.

Auch wenn natürlich Hygiene und Sicherheit die Regel Nummer eins für Pflegeeinrichtungen sind, dürfen andere Komponenten nicht vernachlässigt werden.

In Bezug auf die Hygienequalität werden bestimmte Materialien wie Metall und Kunststoff bevorzugt, da sie pflegeleicht und widerstandsfähig sind. Sowohl im Innen- als auch im Außenbereich ist es wichtig, geeignete Materialien zu wählen. Beschichtete und plastifizierte Böden und kunststoffbeschichtete Möbel sind leicht zu reinigen, um Keimen keinen Nährboden zu bieten. Hierzu werden auch antibakterielle Farben und Lacke verwendet. 

Wie bereits erwähnt, haben Krankenhaus und Gastfreundschaft die gemeinsame etymologische Wurzel “hospes” (den Fremdem willkommen heißen). Die wichtigste Aufgabe von Krankenhäusern ist es daher, einladende Orte zu sein. Die aufgenommenen Personen, Patienten und ihre Familien sollen sich dort wohlfühlen. 

Der innere Kompass der heilenden Architektur basiert auf verschiedenen Komponenten, die sich in sieben Hauptkategorien unterteilen lassen.

1. Der Umgang mit Privatsphäre und mit Besuchern

Besuche von Familienmitgliedern und Angehörigen sind für das Wohlbefinden der Patienten von größter Bedeutung. Die Räumlichkeiten sollten es daher den Patienten ermöglichen, ihre Privatsphäre zu wahren und gleichzeitig andere Menschen empfangen und treffen zu können, wann immer sie es wünschen.

2.  Die Raumaufteilung zur Trennung von Patientenbereich, Personal und Material

Eine Trennung des Personal- und Logistikflusses ist anzustreben, um die Patienten nicht ständig daran zu erinnern, dass sie sich in einem Pflegebereich befinden.

3. Die Bedeutung der Natur 

Der Blick in die Natur führt zu einer schnelleren Genesung und wirkt beruhigend. Daher ist es wichtig, in den Zimmern und Gemeinschaftsräumen große Fenster für einen freien Blick auf eine Landschaft zu ermöglichen.

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Darüber hinaus können wir einen weiteren, wichtigen Punkt aufgreifen: die Bedeutung des natürlichen Lichts. Große Fenster sind daher unerlässlich, um die notwendige Versorgung mit natürlichem Licht zu gewährleisten, damit Körper und Geist stimuliert und die Heilung beschleunigt wird. 

Schließlich ist es unerlässlich, die Natur außerhalb und innerhalb der Pflegeräume zuzulassen. Da der Zugang zur Natur eine therapeutische Wirkung besitzt, sollte man sich auf biophiles Design konzentrieren. Der Philosoph Eric Fromm definiert es im ursprünglichen Sinne: “Liebe zu allem, was lebt / Liebe zur Natur”. So sollten Pflegeeinrichtungen den Zugang zu gestalteten Außenbereichen (Höfe, Gärten) so weit wie möglich erleichtern. Im inneren Bereich finden Pflanzen und Pflanzenmotive auch in ihren Platz. 

4. Die Vereinfachung der Orientierung 

Die Räume sind so gestaltet, dass sich die Patienten leicht in der Einrichtung zurechtfinden. Die Orientierung erfolgt dort automatisch und intuitiv, um angstauslösende Quellen zu vermeiden. Dies verstärkt die zweite Teilkomponente, die darin besteht, die Räume des Patienten klar von denen des Personals abzugrenzen. Ein- und Ausgänge sowie die Beschilderung und die Verkehrswege müssen präzise markiert, verständlich und gut lesbar sein.

5. Die Gestaltung von luftigen, hellen und komfortablen Innenräumen

Die Wahl der Farben, Materialien und Öffnungsformen ist sehr wichtig. 

Um Räume zu schaffen, die Wohlbefinden, Ruhe und Komfort vermitteln, sollte man mit den Farben (maximal 3-4 Varianten und Naturtöne) und der Balance zwischen natürlichem und künstlichem Licht spielen.

Farben beeinflussen, ebenso wie Licht, den Heilungsprozess und die Körperenergie (Herzschlag, Blutdruck, Temperatur, …). Ein oft beobachtetes Problem ist, dass Farben in Gesundheitseinrichtungen oft falsch eingesetzt werden, was zu unerwünschten Effekten führen kann. 

Selbstverständlich sollte es außerdem sein,  dass die Räume über eine gute Belüftung verfügen. 

6. Kunst als Helfer im Heilungsprozess

Die Einbringung von  Kunst in Gesundheitseinrichtungen, trägt ebenfalls dazu bei, das Wohlbefinden zu steigern. Sie bietet Zerstreuung und regt die Sinne und die Fantasie an. Das ehemalige italienische Krankenhaus Santa Maria della Scala ist hierzu ein herausragendes Beispiel für die Bedeutung dieses Punktes.

Santa Maria Della Scala Sienne

7. Persönlicher Komfort in Patientenhand 

Um sich in ihrer Umgebung wohlzufühlen, müssen Patienten eine gewisse Kontrolle über ihre Umgebung haben. Die Wärme, die Lichtintensität und der Lärm, sollten von jedem individuell kontrollierbar und flexibel sein, denn die Empfindungen sind von Person zu Person unterschiedlich. Die Tatsache, dass man auf seine Umgebung Einfluss nehmen kann, wirkt sich auf die Heilungskurve der Patienten positiv aus.

Wie kann man also eine heilende Architektur und eine “Healing”-Umgebung im Krankenhaus schaffen? 

Für die meisten von uns ist der Begriff  „Krankenhaus“ negativ besetzt. Es ist kein einladender, sondern eher ein unangenehmer Ort mit Desinfektionsmittelgeruch, unschönen Farben, geradlinigen Fluren und bedrückendem Direktlicht. Das Krankenhaus steht eher für Krankheit als für Heilung.

Es ist daher höchste Zeit, den Ort Krankenhaus neu zu denken und mit seiner zeitgemäßen Umsetzung anzufangen. Das Wohlbefinden der Patienten muss wieder in den Mittelpunkt seiner Planung gestellt werden.

Zusammenarbeiten:  Intelligenter bauen

Damit ein Krankenhaus den Bedürfnissen sowohl der Patienten als auch der Fachkräfte gerecht werden kann, ist es wichtig, sich auf das “Design Thinking” und genauer gesagt auf das “Evidence Based Design” (EBD) zu stützen.  Dieses Konzept, das auf die Erfahrungen des oben erwähnten Ulrich zurückgeht, besteht darin, eine Umgebung für Heilung auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu schaffen.

Dazu ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Beteiligten bereichsübergreifend zusammenarbeiten: Architekten, Bauherren, Berater, Unternehmer der Medizintechnik, aber auch Kliniker und sämtliche Nutzer.

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Wissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Know-how der Architekten verbinden

Die Planung des Krankenhauses der Zukunft, also eine Verwirklichung der heilenden Architektur, erfordert, dass sich die Architekten an den Bedürfnissen der Patienten orientieren, indem sie zuverlässige Daten aus wissenschaftlichen Studien, der Pflegeeinrichtungen und ihren professionellen Teams nutzen.

So können die Architekten dank ihres Know-hows und ihrer Erfahrung in den Bereichen Akustik, usw. eine geeignete Gesamtlösung anbieten. 

Heilende Architektur: Wirklich rentabel?

Eine heilende Architektur ist kaum teurer und wird sich langfristig sogar als wirtschaftlich erweisen, da sie eine Steigerung der Betriebseffizienz und eine positive Performance in Aussicht stellt. 

Ein Krankenhaus zu gestalten, das eine gute Kommunikation zwischen den Mitarbeitern, eine bessere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen und einen gesunden und respektvollen Austausch zwischen Patienten und Mitarbeitern fördert, ist eines der Versprechen des “Healing environment”. Mittelfristig führt dies sogar zu erheblichen Einsparungen. 

Die besten Beispiele für “Healing environment” und heilende Architekturen

Das Cabrini Hospital in Malvern, Melbourne, Australien

Das Cabrini Hospital in Malvern bietet seinen Patienten Einzelzimmer im Hotelstil an. Lichter und Jalousien sind vom Bett aus mit einer Fernbedienung zu regulieren, was für zusätzlichen Komfort und Kontrolle sorgt.

 Siehe die außergewöhnliche Fotogalerie auf der Website des Designbüros “Batessmart”, davon hier einige Thumbnails:

Der Orbis Medical Park in Sittard (Niederlande)

Der Orbis Medical Park unterteilt seine Räumlichkeiten in drei verschiedene Bereiche: für Patienten, Personal und Material. So werden die Patienten nicht von der Logistik gestört und gestresst.

Die Maggie’s Centers (England und Schottland)

Die Maggie’s Centers sind ebenfalls perfekte Beispiele für ein “Healing environment”. Maggie Keswick Jencks, die 1993 Opfer eines Rückfalls von Brustkrebs wurde, beschloss, die Zeit, die ihr noch blieb, zu nutzen, um gemeinsam mit ihrem Mann einen angenehmen und therapeutischen Ort für Krebspatienten zu schaffen. Das erste Maggie’s Center wird ein Jahr nach ihrem Tod 1996 im Western General Hospital in Edinburgh eröffnet.

Mittlerweile gibt es 18 Zentren in England und Schottland, die nach demselben Modell gestaltet wurden und den Schwerpunkt auf Licht und Natur (Aussicht) legen. Sie bieten eine warme und familiäre Atmosphäre an, in der sich die Patienten wohlfühlen. 

Das Emma-Krankenhaus in Amsterdam (Niederlande)

Um die kranken Kinder, die es aufnimmt, nicht zu beunruhigen, versucht das Emma-Kinderkrankenhaus, ihnen eine möglichst normale Umgebung zu bieten. Das Krankenhaus setzt auf eine verspielte Beschilderung mit Symbolen und Farben.

Siehe die vollständige Fotogalerie direkt auf der Website des Designerbüros “Defesche Van den Putte” und die untenstehenden Miniaturansichten an:

Das Circle Hospital in Bath (England)

Im Circle Hospital fühlt man sich wie in einem charmanten Hotel. Die warmen Farben, die zeitgenössische Kunst und die schöne Aussicht auf die Landschaft tragen zum Wohlbefinden und Komfort der Patienten bei. 

Siehe die Fotogalerie auf der Website der Architekten “Foster & Partners” und die Miniaturansichten unten:

Das Kantonsspital Baden (Schweiz)

Das neue Kantonsspital in Baden, das von den Architekten Nickl & Partner gebaut wurde, verspricht ebenfalls einen großen Erfolg in der Heilenden Architektur. Es trägt den Namen “Agnès” zu Ehren von Agnès von Ungarn, die 1349 das erste Spital in der Stadt Baden errichtete.

Die Natur lädt mit grünen Außenbereichen und begrünten Innenhöfen ein. Durch Cafés und Shops, die Orte der Entspannung und der Begegnung zwischen Patienten und Pflegepersonal sind, wird ein Gefühl von Alltag und Geselligkeit gewahrt. Die Beschilderung und die Orientierung sind eindeutig. Warme Materialien wie (einheimisches) Holz werden für die Fassade und bei bestimmten Innenausstattungen bevorzugt. Nicht zu vergessen ist das allgegenwärtige Licht, das Dank der großen Öffnungen in den Zimmern omnipräsent ist.

Siehe den Ansatz der Designerin Christine Nickl-Weller, die seit 30 Jahren als Healing-Pionierin tätig ist, und das folgende Video:

Je nach geografischer Lage und Budget ist es mehr oder weniger einfach, eine Heilende Architektur zusammenzustellen, die Komfort und Wohlbefinden fördert. Atelier Services bietet mit den Acrovyn®-Wandverkleidungen einfache Alternativen an, um Natur und Kunst in Ihre Einrichtung zu bringen.

Acrovyn By Design: Healing in Reichweite!

Die pflegeleichten Acrovyn by Design® Wandschutzplatten bieten eine Lösung der Wahl, um wohltuende Willkommens- und Entspannungsatmosphären zu schaffen, wie die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Carlos Martinez für die Zihlschlacht Klinik im Kanton Thurgau beweist. 

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In diesem Raum finden schimmernde Blautöne, von der Natur inspirierte Texturen und Maserungen harmonisch ihren Platz und ermöglichen es, zusammengesetzte Formate von mehreren Dutzenden Metern Länge zu schaffen. 

In unserem niederländischen Nachbarland, in Blaricum, wurden in der Sherpa-Einrichtung für Menschen mit Hirnverletzungen weitere Inspirationsquellen (große flämische Maler) mit Hilfe von Acrovyn® und Acrovyn by Design® (mit seiner Palette von 36 natürlichen Farben, die eine beeindruckende und sehr beruhigende Wirkung haben) integriert.

Diese Beispiele und die Vorteile der Arbeit mit dem Acrovyn-Produkt und seiner neuen, von der “Healing” inspirierten Farblinie werden Gegenstand weiterer Artikel sein, die in Kürze veröffentlicht werden.

In jedem Fall ist es nicht zu spät für Veränderungen und dafür, das Wohlbefinden der Patienten wieder in den Mittelpunkt unserer Krankenhäuser zu stellen! Sie können uns sehr gerne zum Thema Healing Environment kontaktieren. 

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